Verfasst: 04 Nov 2010 19:02
yewie56 hat geschrieben:ich habe zwar keine Erfahrung mit den Dingern, aber folgendes Problem:
Sie müssten das gleiche leisten können wie die Eigenschaften des Brummtones in der Nähe Deines Ohres selber - also gleicher Schalldruck und gleiche untere Grenzfrequenz. Bei 10 Hz müssten das ganz schöne Wummer sein.
10 Hz sind Infraschall, also normalerweise unhörbar. Wenn hier im Forum die Rede davon ist – in meiner Interpretation –, im Infraschallbereich pulsierende Funkwellen könnten sich sozusagen per magnetorestriktiven bzw. Piezoeffekt im menschlichen Körper zu hörbarem Schall wandeln, dann besteht der hörbare Anteil aus Oberwellen der Grundfrequenz (also Klirr); die Grundfrequenz wäre bloss spürbar. Damit meine ich, dass bei den Noise-Cancelling-Kopfhörern eine Auslöschwirkung bis hinunter zu 20 Hz genügt, und das können moderne Kopfhörer durchaus leisten, sogar ohraufliegende Leichtkopfhörer. Die meisten sind extra für Flugreisen konzipiert, wo tieffrequenter Schall einen wesentlichen Anteil am Geräuschspektrum hat.
Es gibt in einem anderen Forum
http://www.brummforum.net/viewtopic.php ... 99cb6208cc"Schlappe Mittelohrmuskeln (Spanner des Trommelfells und Steigbügelmuskel): Übertragung von niederfrequentem Schall"
einen Hinweis auf eine möglicherweise uns nicht sehr gefallende Ursache. Ist aber noch nicht wissenschaftlich abgeklärt. Ich stehe dazu mit Wissenschaftlern in Kontakt. Dieses Forum versucht an das Problem etwas wissenschaftlicher heranzugehen.
Im übrigen steht für mich außer Frage, dass der BT auch Schallwirkung ist. Und wenn unsere Ohren dann nicht so richtig gespannt sind, dann haben wir ein Problem.
Ich leide selber unter (tieffrequenten) Ohrresonanzen und bin damit wohl ein Exot; jedenfalls habe ich noch von keinem ähnlichen Fall gelesen. Dabei ist mir auch schon mal die Frage durch den Kopf gegangen, ob vielleicht meine Trommelfelle durch den exzessiven Gebrauch von Canalphones (Ohrkanalhörern) während des Joggens mit dem dabei auftretenden tieffrequenten Körperschall überdehnt sein könnten. Ein Ohrenarzt hat diese Möglichkeit – auch nach Inspektion – aber verneint.
Ich bin kein Ohrenspezialist, aber eine Anpassung des Ohrs und der Hörkurve an Geräuschniveau und -spektrum analog dem Auge halte ich für zweifelhaft. Sicher gibt es einen Schutzmechanismus, der möglicherweise dem Szenario im Link entspricht, aber dieser setzt erst bei alarmierenden Pegeln ein. Wenn es anders wäre, hiesse das, dass sich die Hörkurve je nach Schallereignissen dauernd ändert. Und das glaube ich nicht.
Wie dem auch sei: Eine Erschlaffung des Trommelfells hiesse noch längst nicht, dass man Geistertöne wahrnimmt, z.B. ein anhaltendes Brummen. Allenfalls wären die davon Betroffenen besonders empfindlich für sehr tiefe Töne (aber wahrscheinlich immer noch beschränkt auf den offiziell hörbaren Bereich, also >20 Hz) – das ist wohl das, was du mit obiger Hypothese ansprechen willst. Dass also der Brummton physikalisch real ist, aber in vielen Fällen nur durch spezifisch gehörgeschädigte Menschen wahrgenommen wird.
Hier muss ich noch nachtragen, dass ich selber kein allgegenwärtiges Brummen höre – dies trotz der erwähnten Ohrresonanzen, die doch dazu prädestinieren würden.
.Zuletzt bearbeitet von martian_23 am 07 Nov 2010 11:54, insgesamt einmal bearbeitet