Verfasst: 25 Aug 2009 15:07 ____________________________________________________________________________________________
Eine grosse Bitte an alle BT_Betroffenen! Es ist wichtig, daß jeder seine Brummtonbeobachtungen an die zuständige Behörde meldet. Für NRW ist dies z.B. hier: http://www.lanuv.nrw.de/service/nbz.htm Tel.: 0201/714488
ich hatte am 14.10. nachstehende Anfrage an das Bundesamt für Strahlenschutz gerichtet:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie Ihnen sicher bereits aus anderen Anfragen bekannt sein dürfte besteht hinsichtlich des sogenannten „Brummton-Phänomens/Hum Noise“ seit längerer Zeit Klärungsbedarf.Allen bisherigen Bemühungen zum Trotz konnten bisher keine wissenschaftlich fundierten Beweise die Ursache/n Entstehung des Brummtons/Hum Noise gefunden werden. Auch wenn meine Anfrage nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen sollte, so bitte ich Sie dennoch im Rahmen Ihrer Fachkompetenz um Erklärungen für dieses individuell sehr belastende und die Lebensqualität einschränkende Phänomen. Wie Sie sicher wissen stehen Mobilfunk, Radar, Mittelwellensender etc. im Verdacht durch die Sendefrequenzen Resonanzen/Geräuschemissionen in Gebäuden zu erzeugen, die als sogenannter Brummton von einer zunehmenden Zahl von Menschen wahrgenommen werden. Unter physikalischen Gesichtspunkten gibt es durchaus den Nachweis, dass Funkwellen zu Geräuschemissionen beitragen oder verursachen können. Ich verweise hier auf bestätigte Angaben aus Mainhausen, wo ein starker Mittelwellensender zu entsprechenden Emissionen geführt hat, bzw. immer noch führt! http://www.mainhausen.de/news/pressemel ... 9&month=07 http://de.wikipedia.org/wiki/Brummton-Ph%C3%A4nomen
Rückantwort: Sehr geehrter Herr ..., ich bedanke mich für Ihre Anfrage vom 14.10.2009, die aufgrund der Vielzahl der täglich eingehenden Schreiben von mir mit einer kleinen Verzögerung beantwortet wird. Zum Themenbereich >Hochfrequenzhören< kann ich Ihnen folgende Informationen anbieten: 1. Eine spezielle Wirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern wird durch kurze starke Pulse hervorgerufen. Unter bestimmten Bedingungen sind diese als Summen oder Klicken wahrnehmbar. Man spricht vom "Mikrowellenhören". Der gegenwärtig akzeptierte Mechanismus des "Mikrowellenhörens" basiert auf den thermoelastischen Eigenschaften des Gewebes. Durch kurze, leistungsstarke Hochfrequenzsignale werden Gewebeareale des Gehirns erwärmt und dehnen sich folglich aus. Dadurch werden mechanische Wellen im Gewebe angeregt, die im hörbaren Bereich liegen, mechanisch das Innenohr stimulieren und von der exponierten Person wahrgenommen werden können. Um auf diese Weise wahrnehmbare akustische Reize zu generieren, sind jedoch sehr hohe Werte der Energie pro einzelnem Puls notwendig; diese treten ausschließlich in unmittelbarer Nähe von starken Radarsendern auf, andere Hochfrequenzanwendungen, wie Radio- und TV-Sender, Mobilfunk usw. können das „Mikrowellenhören“ nicht hervorrufen. Wenn das Phänomen der Mikrowellenhörens auftritt, wird das Geräusch von allen Personen wahrgenommen, die dem Hochfrequenzsignal ausgesetzt sind. Es kommt nicht vor, dass nur eine einzelne Person die Töne hört. 2. Wird von einer Person ein Geräusch wahrgenommen, dass sonst niemand hört, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um ein Phantomgeräusch handelt. Phantomgeräusche (Tinnitus) sind objektiv nicht vorhandene, aber subjektiv wahrgenommene Geräusche im Ohr, die sich als Klingen, Zischen, Pfeifen, Brummen, Rauschen oder Sausen wiederkehrend oder ständig bemerkbar machen. Diese Ohrgeräusche entstehen innerhalb der Hörbahn (im Ohr oder im Gehirn) und können bei Erkrankungen des Innen- oder Mittelohrs, nach Lärmschädigung, bei Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, nach einem Hörsturz, als psychosomatisches Symptom bei übermäßiger Belastung oder aber ohne erkennbaren Grund auftreten. Bei anhaltenden Ohrgeräuschen muss die Ursache herausgefunden und behandelt werden. 3. Ein anderes Phänomen ist die Wahrnehmung eines Brummtons, die in den letzten Jahren immer häufiger von Betroffenen beschrieben wird. Es gibt eine teilweise Überlappung mit Tinnitus, die Entstehung des Brummtons ist aber weiterhin unklar. Der Verein "Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons" (IGZAB) in Blaubeuren in Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Ursachen des Phänomens „Brummton“ aufzuklären, um sie dann beseitigen zu können. Die Internetadresse dieses Vereins lautet: http://www.igzab.de/ Es scheint sich um einen seriösen Verein zu handeln, der möglicherweise zur Lösung Ihrer gesundheitlichen Probleme beitragen kann. Eine weitere Gemeinschaft von Betroffenen finden Sie unter: http://www.brummton.net/phaenomen.htm Nach den Beschreibungen kommt der Ton von außen und kann erhebliche körperliche Beschwerden verursachen. Da es sich bei niederfrequenten Tönen um Schallwellen handelt, die unter 20 Hertz als nicht hörbar für den Menschen gelten (Infraschallbereich), haben sich inzwischen einige Behörden und Landesämter bei der Suche nach möglichen Schallquellen beteiligt. Es wurden jedoch nur in einzelnen Fällen technische Anlagen, wie z.B. Pump- oder Mahlwerke, als Verursacher niederfrequenter Töne ausfindig gemacht. Regionale Messungen zu Infraschall z.B. http://www.seismologie.bgr.de/infra/quelle/brumm.htm wie auch zu Quellen elektromagnetischer Felder z.B. http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/355/ haben keine Zusammenhänge mit dem Tonmuster des Brummens erkennen lassen. 4. In einzelnen Ausnahmefällen Fällen kann es möglich sein, dass eine Person ein besonders empfindliches Gehör hat, und tatsächlich Geräusche wahrnimmt die andere Personen nicht hören können. Sollten die Wahrnehmungen auf externe Quellen zurückführbar sein, könnten akustische Messungen z.B. durch lokale Gewerbeaufsichtsämter hilfreich sein. Für Messungen vor Ort sind die jeweiligen Landesbehörden zuständig. Alle Informationsschriften zu unseren Themen können Sie im Rahmen unseres Internetangebotes einsehen und abrufen. Über unsere Jahresberichte geben wir Ihnen einen guten Überblick über unsere Arbeitsgebiete. Die Jahresberichte finden Sie auf der Seite: http://www.bfs.de/bfs/druck/jahresberichte Ich hoffe, dass meine Hinweise eine kleine Hilfe für Sie darstellen und verbleibe mit freundlichen Grüßen Im Auftrag ........... Bundesamt für Strahlenschutz Öffentlichkeitsarbeit Telefon: 05882 987390